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Konzert im Schaezlerpalais, wir stellen vor Santiago Molina Gimbernat

Wir stellen vor: Santiago Molina Gimbernat, Gitarre solo

Am 16.11.18 um 19:00 Uhr (!)  im Schaezlerpalais/Speisesaal,

Maximilianstr. 46, Augsburg:

 

Zum Programm :

 

John Dowland (1563 - 1626):  John Dowland stellt zweifellos einen der bedeutendsten Musiker Englands gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts dar. Die musikalische Klangsprache des Komponisten ist stark beeinflusst von den poetischen Tendenzen der Epoche und kennzeichnet sich durch einen melancholischen Charakter, der in den meisten Werken des Komponisten anzutreffen ist.  Als Inspirationsquelle für die genannte Melancholie dienten die Werke des italienischen Dichters Petrarca, dessen Einfluss auf das Europa des 16. Jahrhunderts eine äußerst wichtige Rolle im Bereich des Madrigals spielte. In zahlreichen Werken Dowlands wie Liedern oder polyphonen Kompositionen erscheinen die Melancholie, Tränen oder der Tod als Hauptthema, etwa in Lacrimae, Flow my Tears oder im Lied Come heavy Sleep, das Benjamin Britten später zur Grundlage seines monumentalen Werkes Nocturnal after John Dowland machte.

 

Diese Fantasie (A Fancy) aus dem heutigen Programm, im Original für Renaissance-Laute, stellt ein weiteres Beispiel für Dowlands Vorliebe für Melancholie dar. Um den Klang der Laute zu imitieren, wird bei der modernen Gitarre ein Kapodaster verwendet, der die Stimmung um eine kleine Terz erhöht.

 

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750):  Die Suite in e-Moll, BWV 996, wurde um das Jahr 1712 herum geschrieben. Ursprünglich wurde sie für Lautenwerk komponiert, ein Tasteninstrument der damaligen Zeit, das den typischen Klang einer Laute erzeugte und eine beständige Resonanz erlaubte.

Wie es für die damalige Zeit üblich war, wurden zahlreiche Werke Johann Sebastian Bachs bearbeitet und für andere Instrumente umgeschrieben, sogar vom Komponisten selbst. Die sogenannten „Lautensuiten“ (BWV 996 – 998) wurden nicht original für die Barocklaute geschrieben, sondern bearbeitet und etablierten sich mit der Zeit auch fest im Repertoire der modernen Konzertgitarre. Die eigene Bearbeitung der Suite in e-Moll (BWV 996), basierend auf dem Originaltext für Lautenwerk, eignet sich bestens für die Umsetzung auf der Gitarre aufgrund der Tonart und den damit einhergehenden Eigenschaften der natürlichen Stimmung der modernen Gitarre, die die Beibehaltung der Originaltonart der Suite ermöglicht.

 

Miguel Llobet (1878 – 1938): In den drei für das Programm ausgewählten katalanischen Volksliedern in der Bearbeitung von Miguel Llobet lässt sich deutlich die Klangsprache des katalanischen Gitarristen und Komponisten erkennen, der die Musik seiner Heimat durch subtile Harmonien und kontrapunktische Techniken bereichert. In Canço del lladre ergänzen chromatische Linien im Tenor die traditionellen Harmonien um eine eigene Klangfarbe und heben dadurch den lyrischen Charakter der Melodie hervor. In El Testament d’Amelia verlegt Llobet immer da, wo es möglich ist, die Melodie auf die gleiche Saite der Gitarre, was den Gebrauch der für ihn so charakteristischen expressiven ästhetischen Mittel vereinfacht bzw. erst dazu anregt. In El Noi de la Mare mit seiner einfachen Melodie – fast im Stil eines Kinderlieds – arbeitet Llobet auf einzigartige Art und Weise die Mittelstimmen und harmonischen Schattierungen heraus, was das Volkslied nicht nur bereichert, sondern zu einer wahrhaften Perle des Repertoires werden lässt.

 

Manuel de Falla (1876 – 1946): Anlässlich des Todes Claude Debussys im Jahr 1918 erhielt Manuel de Falla den Auftrag, für die Musikzeitschrift „La Revue musicale“ einen Artikel in Gedenken an den kürzlich verstorbenen französischen Komponisten zu verfassen. Neben der literarischen Hommage an Debussy entstand so auch eine Komposition für Gitarre - die einzige für das Instrument aus der Feder de Fallas - als eine Reminiszenz an die Klangsprache Debussys. In Form des charakteristischen Habanera-Rhythmus und eines direkten Zitats am Ende des Werks verweist Manuel de Falla in seiner Homenaje pour le tombeau de Debussy auf das Werk La Soirée dans Grenade aus den Estampes Debussys. Trotz seiner Kürze stellt die Homenaje Manuel de Fallas einen Meilenstein im Gitarrenrepertoire des 20. Jahrhunderts dar. Das Werk wurde bei seiner Veröffentlichung 1920 dem Gitarristen und Komponisten Miguel Llobet gewidmet, der auch die Uraufführung spielte. Manuel de Falla bearbeitete die Komposition später für Klavier bzw. Orchester als Teil der Homages para orquesta (1938-39) unter dem Titel Elegía de la guitarra.

 

Maurice Ohana (1913 – 1992): Das Werk Tiento des französischen Komponisten marokkanischer Herkunft Maurice Ohana stellt ein Stück höchster musikalischer Dichte und Intensität aufgrund seines Entstehungskontexts dar. Ohana komponierte das Werk zum Gedächtnis der Opfer des Spanischen Bürgerkriegs ab 1936 und insbesondere der Bombardierung Guernicas am 26. April 1937 durch die deutsche Legion Condor und italienische Fliegertruppen als Verbündete der Aufständischen gegen die Zweite Spanische Republik. Als kompositorische Mittel verwendet Maurice Ohana Rhythmen im alten Stil der folias durch die Verwendung eines Dreivierteltakts und der expliziten Akzentuierung der zweiten Zählzeit in jedem Takt und verweist durch typische technische Elemente wie den Einsatz von rasgueados auf Flamenco-Musik. Darüber hinaus lassen sich an manchen Stellen Verweise auf den Einfluss Debussys finden, beispielsweise durch die Verwendung von Oktaven als Andeutung auf La Cathédrale engloutie. Als eine Illustration des Werks Tiento kann das Gemälde Guernica von Pablo Picasso angesehen werden, das ein Mahnmal gegen die Schrecken des Krieges darstellt.

 

 

Manuel M. Ponce (1882 – 1948): Anlässlich des 70-jährigen Todestages des mexikanischen Komponisten Manuel M. Ponce widmet sich ein Großteil des Programms auch seinem Werk. Neben zwei größer angelegten Variationswerken werden auch mehrere traditionelle mexikanische Volklieder zu hören sein, die Ponce auf höchst künstlerische Art und Weise bearbeitete. Im Tema variado y final, dessen Thema mittels einer Quintfallsequenz vorgestellt wird, finden wir mehrere Variationen, in denen Ponce auf verschiedenste kompositorische Mittel zurückgreift und die schließlich in ein Finale im impressionistischen Stil münden. Die kurzen traditionellen mexikanischen Volklieder sind ein Spiegelbild der Seele Mexikos und der Nostalgie und reflektieren Themen wie unerwiderte Liebe wie im Fall von Estrellita, einem Lied, das sich zu einem weltweiten Erfolg entwickelte, ohne dass Ponce dabei in ökonomischer Hinsicht davon profitieren konnte. Den Schluss- und sicherlich auch Höhepunkt des Programms stellt das monumentale Werk Tema, variaciones y fuga sobre las folias de España mit seinen insgesamt 20 Variationen und eine Fuge dar. In diesem wendet Manuel M. Ponce auf meisterhafte Art und Weise komplexe Kompositionstechniken an und verweist durch den Einsatz verschiedenster musikalischer Mittel auf die alten Formen des Barock, entwickelt dabei aber durch harmonische Elemente, die eher dem neoromantischen und impressionistischen Stil zuzuordnen sind, eine individuelle und unverwechselbare Klangsprache.

 

 

 

 

 

Molina Guitar Duo im Rathaus Friedberg:

Eine Nacht in Granada am 21.09.18: Eine Hommage an die andalusische Stadt Granada mit Komponisten wie Manuel de Falla, Feliu Gasull und Altisent, Claude Debussy sowie Zusammenstellungen von Liedern und Gedichten von Federico García Lorca . Das Molina Guitar Duo präsentierte einen Abend mit Transkriptionen von Originalwerken für Orchester und Klavier wie im Fall des berühmten Balletts el amor brujo des spanischen Komponisten Manuel de Falla. Der französische Komponist Claude Achille Debussy wurde auch für seinen hundertsten Todestag mit der berühmten Suite Bergamasques Original für Klavier und arrangiert von T. Manoukian und natürlich mit der berühmten "Soireé dans Grenade" (Arrangement des Molina Guitar Duos) geehrt.

 

Bild: Manuela Rieger

Audioaufnahme zum Werbungsfilm des "Ponce Guitar Competition" im Rahmen des Internationales Gitarrenfestival Tübingen 2018:

Bei dieser Edition des Internationales Gitarrenfestival Tübingen 2018 wird  das Leben und die Musik  des mexikanischen Komponisten Manuel M. Ponce gewürdigt. Bei dieser Wettbewerbausgabe wurden die "Seis preludios cortos" als Pflichtarbeit eingerichtet.

 

 

Die "Seis preludios cortos" können das beste Beispiel wahrscheinlich des mexikanischen Komponisten sein, um sein aussergewöhnliches Genie zu zeigen. In wenigen Minuten von Musik gibt es viele Elemente, die man in seiner Werke immer wieder finden kann. 

 

Beispielsweise ist im 3. Präludium schon bei den ersten Takten die Erinnerung an den 3. Satz  allegro quasi serenata der ersten Sonate für Gitarre (Sonata Mexicana). Nach ein paar Takten kann man sogar finden, dass Ponce eine indirekte Ernennung von dem 2. Satz des Concierto del Sur aufgeschrieben hatte.  Auch kann man eine deutliche Erinnerung im 4. Präludium haben, an das so bekannte Intermezzo für Klavier oder noch ein Beispiel, bei dem fünften Präludium kann man ganz deutlich die rhythmische Elemente des Scherzino Maya (auch für Klavier) finden.

 

Das Video kann man auf der folgenden Webseite anschauen:

https://www.facebook.com/InternationalesGitarrenfestivalTuebingen/videos/398654987338434/

 

Für weitere Infos zum Gitarrenfestival: 

https://www.internationales-gitarrenfestival-tuebingen.de/2018/de/das_festival/